Kolpinghaus Bigge e.V.

Wir bauen uns ein Heim!

Vorgeschichte und Geschichte des Kolpinghauses

Am 21. Januar 1917 wird die Kolpingsfamilie Bigge unter dem Namen
„Katholischer Gesellenverein Strunzertal, Bigge/Ruhr“ gegründet.
Schon die Begründer des Katholischen Gesellenvereins sind sich darüber klar, daß man auf die Dauer ein eigenes Haus haben müsse. Die gern gewährte Gastfreundschaft im Josefsheim kann nur eine vorübergehende Lösung sein.
Darum richtet man schon am 8. Januar 1922 eine Eingabe an den Kirchenvorstand und bittet um Freigabe der Parzelle oberhalb Bildhauer Ditz zum Bau eines Gesellenhauses.
Als dieser Versuch scheitert, wird bereits im Jahre 1924 ein neuer Plan erwogen, der diesmal schon greifbare Formen annimmt. Dank der guten Beziehungen des ersten Präses, Direktor Schlüter aus dem Josefsheim, wird ein Gesellenhaus erwogen, das zugleich für alle Gesellenvereine im Reich als Erholungsheim dienen und von diesen mitfinanziert werden soll.
Im August 1924 bietet sich plötzlich eine Möglichkeit zur Übernahme und zum Ausbau  von Gebäuden der Fa. Oventrop. Aber die Zentrale in Köln lehnt ab.
Präses Schlüter und seine Gesellen lassen jedoch nicht locker. - „Wir müssen ein eigenes Haus haben, weil unsere Mitglieder so weit zerstreut sind. Darum ist auch der innere Zusammenhalt viel schwerer....., diese Umstände lassen den Vorstand nicht ruhen, wenigstens einen Schritt zu tun zum neuen Gesellenheim“ (Jahresbereicht 1925).
Im März 1925 wird am „Ramecker Böhl“ (Ecke Schulstaße – Ehrenmalstraße unter dem Gefallenen-Ehrenmal) ein Grundstück von 1 ½ Morgen für 7500 Mark erworben. Präses Schlüter startet sofort eine Aktion zur Herausgabe von Gründungsanteilen, an denen sich alle Gesellenvereine der Diözese beteiligen sollen. Der Bauplan sieht außer Wirtschaftsräumen und Gesellschaftsräumen, Kegelbahn und Saal auch 50 Einzelzimmer vor. Davon sollen 20 den Bigger Gesellen bleiben, die übrigen 30 sollen für erholungsbedürftige Mitglieder aus der Diözese bereitstehen. Die Baukosten sind bei 5600 cbm umbautem Raum (ca 30 Mark pro cbm!) auf 160 – 175 000 Mark veranschlagt. Ohne Saal soll das Haus ca 100 000 Mark kosten. Während schon die ersten Spenden auf das Hausbaukonto einlaufen, wird am 13. März 1925 der „Kolpingheim e. V. Bigge“ gegründet und gleichzeitig eine Satzung des Vereins verabschiedet und beschlossen. (Diese Satzung wird erst am 01.12. 1992 durch eine Neue ersetzt.)
Aber die anfängliche Begeisterung erweist sich als trügerisch, da sowohl die Diözese als auch der Reichsverband sich von dem Plan zurückziehen und ihre – meist mündlich gemachten – Zusicherungern nicht einhalten.
Schließlich greifen die Bigger Gesellen Anfang März 1926 kurz entschlossen zu und mieten das Kunz'sche Haus gegenüber dem Bigger Bahnhof. Präses Meckel schreibt dazu am 10. März 1926 an Generalsekretär Nattermann: „Die Bigger Gesellen, die ja immer gern ihre fünf Pfennige dabei tun müssen, sind mal wieder leichtsinnig geworden: Wir haben vor etwa 14 Tagen ein Wohnhaus mit 10 Räumen und einem Versammlungsraum gemietet, um hier ein Gesellenhaus im kleinen Stil für unsern Verein aufzumachen.“ Und im September geht an denselben Adressaten ein zweiter Bittbrief um Hilfe durch ein Darlehen der Zentrale: „Zwei Momente waren es, die uns, obwohl unsere Verein nur 70 aktive Mitglieder zählt, veranlassten, ein eigenes Heim zu gründen; einmal weil es uns nicht möglich war, irgend ein passendes Vereinslokal zu bekommen. Unser Verein wäre so in kurzer Zeit zerfallen, da ein großer Teil der Mitglieder bis zu 1 Stunde entfernt wohnt, und so an ein ersprießliches inneres Vereinsleben nicht zu denken ist. Der Hauptgrund war die Not der durchwandernden Gesellen, die wir in den letzten Jahren täglich beobachten konnten....
Wir müssen nun für das Haus monatlich 150 Mark Miete zahlen. Dank des Entgegenkommens der Handwerksmeister war es uns möglich, das Haus einzurichten. Jetzt ist jedoch unsere Schuld so groß, daß wir nicht mehr ein und aus wissen.“
Das Gesellenhaus wird am Fest Christi Himmelfahrt 1926 eingeweiht. Der Pensionspreis für Gesellen beträgt 60, später 65 Mark im Monat. Der Hausmeister erhält 100 Mark und freie Pension. Geheizt werden im Winter nur Küche und Esszimmer. Elektrisches Licht darf nur bis 23 Uhr benutzt werden. Der Gesamtumsatz bis zum Jahresende beträgt 28 219 Mark.
Nachdem Versuche, das Grundstück am Friedhof wieder zu verkaufen, scheitern, übernimmt der Verein die Verzinsung. Der Gedanke an ein eigenes Haus bleibt weiter lebendig, zumal der erste Pachtvertrag bereits 1930 ausläuft. So kauft der Präses Meckel am 26. März 1929 noch ein Grundstück von einem halben Morgen hinzu (Das heute noch unbebaute Grundstück an der Hauptstraße neben der ehemaligern Krankenkasse). Schon im Juni 1929 liegt ein fertiger Bauplan  für das Gesellenhaus vor, der aber wieder aufgegeben werden muss, da man keine Finanzierungs-möglichkeit sieht.
Ab 1930 hat der Gesellenverein nur noch Wirtschaft und Hospiz in Pacht, der Saal muß abgegeben werden. Inzwischen wird Präses Meckel nach 13jähriger treuer Mitarbeit versetzt, und an seine Stelle tritt Direktor Viegener. Der Umsatz des Kolpingheimes geht zurück, die Schulden werden immer drückender. Für den neuen Bauplatz muss ein Darlehen von 3000 Mark  aufgenommen und verzinst werden. Schließlich kann das Grundstück am „Ramecker Böhl“ für 7 000 Mark verkauft werden.
Die Notwendigkeit eines eigenen Hauses wird aber immer dringender, da die Firma Kunz das Gebäude bald selbst braucht. Man trägt sich mit dem Gedanken, das ganze Hellermansche Haus mit Saal zu pachten. Die vorgesehene Pachtsumme von 300 Goldmark ist aber nicht tragbar.
Der Jahresbereicht von 1931 zeigt, daß 124 durchreisenden Gesellen kostenloses Nachquartier und Verpflegung gegeben wird. Das Darlehen von 3 000 Mark ist zwar durch Wiederverkauf des Bauplatzes getilgt, aber das Kolpingheim weist einen Fehlbetrag von fast 1 500 Mark auf. 
Anfang 1932 erwägt man bereits die Auflösung des Kolpingheim e. V., aber man will erst alle Schulden tilgen.
Die finanzielle Lage der Hauses verschlechtert sich infolge mangelnder Belegung, auch durch die allgemeine Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. Das Jahr 1932 schließt mit einem verlust von fast 2 000 Mark, das Jahr 1933 mit einem gewinn von 17 Mark.
Im März 1934 kündigt die Firma Kunz zum 1. Juli. Nur die Wirtschaftsräume können darüber hinaus unentgeltlich weiter benutzt werden. Die letzte Eintragung im Protokollbuch am 02. März 1934 lautet: „.... auf die Frage, sollen wir das Kolpinghaus aufgeben oder ein neues Heim schaffen, ist man allgemein der Auffassung, alles daran zu setzen, den Gesellen ein Heim zu schaffen“.
Es fehlt auch nicht an Vorschlägen: Das Krick'sche Haus an der Kirche umbauen, das frühere Martinshaus, das alte Haus von Würminghausen, eventuell sogar Schmiede und Wohnhaus von Theodor Busch (später Autowerkstatt).
Am 1. Juli wird das Hospiz geräumt, am 17. August wird auch die Wirtschaft aufgegeben. Herr Greitemann als Kassierer hat noch die ärgerliche Aufgabe, Zechschulden einzutreiben. U.a. sind in den Akten Zahlungsbefehle an „Jungbannführer....“, „NSBO-Obmann....“ und ähnliche Leute enthalten, die damit gerade keine günstige Visitenkarte hinterlassen haben.
Nach der Inventur am 20. Juni 1934 beginnt auch der Verkauf von Einrichtung und Möbeln, die z.T. zu Schleuderpreisen veräußert werden. Das ist der Abschluß dieses traurigen Kapitels.
Nach Auflösung und Verkauf übernehmen Senior Josef Becker und Präses Heinrich Bolte die Akten. Das Kassenbuch schließt mit einem Bestand von 1 567,99 RM ab. Im letzten Schriftstück, datiert vom 17. September 1936, werden Präses und Senior der Kolpingsfamilie Bigge ermächtigt, das Guthaben auf das Konto der Minoritenkirche in Köln zu überweisen, um es so dem Zugriff der Gestapo zu entziehen.
Der Traum vom eigenen Heim scheint für immer zu Ende!
Aber 20 Jahre später soll der Traum doch noch Wirklichkeit werden.
Als im November 1953 Vikar Heinrich Korte in Bigge seinen Dienst aufnimmt und die Kolpings-familie damit einen neuen Präses bekommt, hätte sich niemand einfallen lassen, daß dieser den alten Traum verwirklichen wird. Aber wie das so geht: Der Mangel an geeigneten Räumen für die Jugendarbeit und ein Gespräch hierüber mit dem Diözesanjugendseelsorger läßt plötzlich schon im Januar 1954 einen Plan entstehen. Die Erzdiözese Paderborn sucht  einen Ersatz für das Jugendhaus Schüren bei Meschede, das mit Ablauf des Mietvertrages aufgegeben werden muss. Man trägt sich mit dem Gedanken, ein solches Jugendheim in Bigge zu bauen. Ein Entwurf sieht vor, einen großen Saal für 400 Personen mit Bühne und Filmvorführraum, unter der Bühne im Keller einen Werkraum, Übernachtungsräume für 35 Jugendliche, Hausmeisterwohnung, einen großen Freizeit-raum und je ein Gruppenzimmer für Jungen und Mädchen. Der Plan sieht die Errichtung dieses Jugendheimes mit Diözesanmitteln auf dem „Kamp“ gegenüber der Schützenhalle vor.
Da aber keine Mittel für diesen Plan bereitgestellt werden können, muß er aufgegeben werden.
Es soll also alles beim Alten bleiben – damit muss man sich abfinden.
Dann rückt der Plan plötzlich wieder in greifbare Nähe, als eine Frau, die damals ungenannt bleiben will (es war Frau Clara Stickel, eine Lehrerin, die im Schloss Schellenstein wohnte) dem Vikar von Bigge ein hochherziges Angebot macht:
„Ich schenke Ihnen ein Haus; verkaufen Sie es und bauen Sie ein Heim für unsere Jugend davon!“
Wer könnte auf ein solches Angebot mit „Nein“ antworten? Also wird der Plan wieder hervorgeholt. Zunächst soll die Kirchengemeinde Bigge den Bau und die Finanzierung übernehmen. Aber die Diözese ist nicht in der Lage, den Bau durch Zuschüsse zu fördern.
Nach Lage der Dinge kommt als Träger des Hauses nur die Kolpingsfamilie Bigge in Frage, da nur diese die notwendigen Eigenleistungen zum Bau beitragen kann.
Noch ehe der vorliegende Plan für ein Jugendheim auf dem Kamp diskutiert  wird, meldet sich der Schützenverein mit dem Vorschlag, man solle doch den geplanten Bau im Anschluss an die Bühne der kleinen Halle errichten, und die Bühne samt der Halle zur Benutzung als Festsaal umbauen. Im anderen Fall werde das Jugendheim eine Art Konkurrenz für die kleine Halle werden.
Da der Kolpingsfamilie immer an einer guten, freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Schützenbruderschaft liegt, wird dieser Vorschlag sofort aufgegriffen und in der neuen Zeichnung zugrunde gelegt.
Die Größe und Anordnung der Räume ergibt  sich zwangsläufig aus den Richtlinien des Bundes-jugendplanes, da dieser zur Mitfinanzierung herangezogen werden soll. Noch während  ein entspre-chender Antrag an das Landesamt Münster bearbeitet wird, ergibt sich eine Möglichkeit zur Finanzierung des Baues durch ein Darlehen vom Landesarbeitsamt Düsseldorf aus dem Etat von 1954/55. Dank der Bemühungen unseres Amtsdirektors Heinrich Ochsenfeld und des früheren Amtsdirektors Lorenz Hoffmann gelingt es, die entsprechenden Unterlagen in der unwahrschein-lich kurzen Zeit von 10 Tagen zu besorgen und in Düsseldorf vorzulegen. Man amüsiert sich dort zunächst über die Idee, für „dieses Nest im Sauerland“ Geld zu beantragen, sieht dann erstaunt die vollständigen Unterlagen, -  wir haben gesiegt. Am 29. Okt. 1955 erreicht uns von der Amtsverwaltung Bigge ein Schreiben mit folgendem Inhalt: „Durch den Herrn Regierungs-präsidenten in Arnsberg ist mit Bewilligungsbescheid vom 15. 10. 1955 IWS 70 8 Nr. 6 für das Wohnheim der Kolpingsfamilie in Bigge aus dem 1. Abschnitt für 10 Heimplätze ein Landes-darlehen in Höhe von 25 000,-- DM bewilligt worden. Die dem Antrag beigefügte Verpflichtungs-erklärung legte fest, daß auf die Dauer von 20 Jahren in dem Heim außer dem notwendigen Personal nur ledige oder lediggehende Arbeitnehmer aufgenommen werden dürfen, die in der Regel wenigstens 21 Jahre alt sein sollen , mindestens aber 18 Jahre alt sein müssen. Nach dem Bewilligungsbeschluß braucht diese Verpflichtung des Bauherrn nur für die Dauer von 10 Jahren festgelegt zu werden....“ Am 30. 12. 1955 wird dieses Darlehen (oder Tilgungshypothek)  ins Grundbuch des Amtsgerichts Bigge eingetragen.
Darum wird die Generalversammlung der Kolpingsfamilie Bigge am 27. April 1955 von Präses Korte sozusagen vor „vollendete Tatsachen“ gestellt. Ohne schnelles,  entschlossenes Handeln wäre der ganze Plan völlig in Frage gestellt worden. Denn auch die im Sommer 1955 bewilligten Mittel aus dem Bundesjugendplan in Höhe von 18 000 DM wären in diesem Jahre nicht mehr zur Auszahlung gelangt, wenn der Antrag nicht termingerecht vorgelegen hätte. Diese Umstände finden auch Einsicht und Billigung der Generalversammlung, zumal ja hier Geldmittel in einem Umfang bereitgestellt werden, wie es in der Geschichte der Kolpingsfamilie bisher noch nie der Fall gewesen ist.
In derselben Generalversammlung wird dann der Bauausschuss gewählt, dem außer dem Präses Heinrich Korte die Herren Dachdeckermeister Franz Dauber, Zimmermeister Bernhard Bange, Schreinermeister Franz-Josef Hoffmann und Schlossermeister Eduard Stappert angehören. Der vom Bauausschuss entwickelte Zeitplan sieht die Grundsteinlegung des Kolpinghauses für Dreifaltigkeit 1955, den Beginn der Arbeiten für den 01. August, dass Richfest für den 15. September und die Einweihung bereits für den 04. Dezember 1955 vor. Vor allem durch die Verzögerung der Maurerarbeiten  können diese Termine aber nicht eingehalten werden. Die dadurch notwendige Überwinterung hat den Bau um einige Tausend DM teurer werden lassen.
Am Samstag, dem 07. März 1955 haben  der Senior Franz-Josef Hoffmann und Paul Happel mitten in dem völlig versumpften und mit Gestrüpp beswachsenen Gelände ganz ohne Feierlichkeiten den ersten Spatenstich getan, - den Anfang einer Arbeit , die wir in diesem Umfang – Gott sei Dank – noch nicht übersehen konnten, sonst hätten die Beteiligten wohl gleich den Mut verloren! So aber geht es mit vereinten Kräften ans Werk: Gestrüpp und Büsche werden gerodet, der mitten durch den Platz führende Abwassergraben muss verlegt werden, dann wereden die Umrisse des Hauses vermessen, die Bauwinkel geschlagen und mit dem Ausschachten der Funda-gräben begonnen. In der Woche nach Pfingsten ersteht als „vorläufiges Kolpinghaus“ die  Baubude, rattert zum ersten Mal die Mischmaschine, die Fundamentgräben werden betoniert.
Der Dreifaltigkeitssonntag 1955 bringt die gesamte Jugend des Dekanates zum Bekenntnistag nach Bigge. Dizesanpräses Johannes Claes, der bereits am Morgen zur Jugend  spricht, nimmt nachmit- tags die feierliche Einsegnung des Grundsteins vor.

In den Stein versenkt wird eine Urkunde mit folgendem Inhalt:
Im Jahre des Heils neunzehnhundertfünfundfünfzig unter der segensreichen Regierung Papst Pius XII., zehn Jahre nach dem Zusammenbruch Deutschlands am Ende des Hitler-Regimes, im Jahre der Wiedererlangung der Souveränität der Westdeutschen Bundesrepuplik, während immer noch die unselige Zonengrenze das eine Deutschland in zwei Teile spaltet, unter dem Bundespräsidenten Theodor Heuß und dem Bundeskanzler Konrad Adenauer, im 14. Amtsjahr des Pfarrers von Bigge, Josef Schröder, im 38 Jahre seit der Gründung der Kolpingsfamilie Bigge, unter dem Präses Heinrich Korte, dem Senior Franz-Josef Hoffmann, dem Altsenior Josef Friederichs, haben wir am Feste der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, am 05. Juni 1955 diesen Grundstein gelegt.
Unser Grundsatz war das Wort unseres Gesellenvaters Adolf Kolping: „Schöne Reden tuns nicht, - doch die Tat ziert den Mann!“ - Möge der allmächtig Gott auf die Fürsprache seines Dieners Adolf Kolping, des Heiligen Josef und der Gottesmutter diesem Heim der Jugend seinen Segen nicht versagen!
                   J. Friederichs                             H. Korte                                   FJ. Hoffmann
                      Altsenior                                      Präses                                        Senior

Danach kommt wieder der Alltag der Arbeit, - es sind immer die selben Getreuen, die sich fast täglich einsetzen, - manche von ihnen haben 300 bis 400 Arbeitsstunden am Bau geleistet, statt der in der Generalversammlung beschlossenen 20 Stunden! Wie schwierig es ist, mitten im Schlamm 2 und 3 Meter tief die Fundamente einzuschalen und zu betonieren, oder etwa die Klärgrube fertigzustellen, das wissen wohl nur die direkt daran Beteiligten. Die Fundamente ragen kaum über die Erde,  veranlassen  aber schon so manchen Spötter zu boshaften Bemerkungen. Die Kolpings-söhne haben bald ein gutes Mittel dagegen: Jeder Zuschauer muss eine Runde für die durstigen Arbeiter ausgeben, auf diese Weise werden wir sie schnell los.
Besonders zu erwähnen ist hier auch noch die Arbeit der Pfarrjugend und vor allem der Jungschar. Manch einer hat sich darüber amüsiert , wenn die kleinen Kerle mit mächtigen Spitzhacken hantieren oder mit viel Eifer und Geschrei versuchen, schwere Karren zu schieben. Aber fast die ganzen Ausschachtungen des Kellers sind von der Jungschar ausgeführt worden, die fast täglich dort arbeitet und dabei viel Eifer zeigt, an dem sich mancher Kolpingssohn ein Beispiel nehmen könnte. Anfang Juli, kurz vor dem Schützenfest können wir dann, mit 4 Betonmischern und einem ganzen Heer von freiwilligen Helfern, unsere erste Betondecke gießen. Danach müssen die Grundmauern des Kellers hochgezogen werden, die später den Saalfußboden tragen sollen. Da dieser Keller in dem regenreichen Sommer dauernd unter Wasser steht, fehlt es nicht an wohlgemeinten Ratschlägen, wir sollten doch gleich ein kleines Hallenschwimmbad im Keller einbauen. Trotz allem gehen die Arbeiten voran. Manche Nacht hindurch brennen die Lampen über der Baustelle, und mancher Kolpingssohn ist ohne Abendessen geblieben. Aber Anfang September sind wir soweit, daß wir die Kellerdecke einschalen können. Wenige Tage vor dem Kreisschützen-fest haben wir sie in einer einmaligen Nachtschicht betoniert.
Dann beginnt endlich auch die Baufirma Kneer, den eigenlichen Bau hochzuziehen, der dann am 15. Oktober gerichtet wird. Damit ist unser Haus wenigstens für den Winter unter Dach. Inzwischen gibt es aber noch rechlich Arbeit: da ist der Öltank einzubauen und später die Luftheizung, Lichtleitungen müssen geplant und gelegt werden, ebenso Wasseranschlüsse und Ableitungsrohre. Der bald eintretende strenge Frost bringt erheblichen Schaden. Zweimal platzt die Wasserleitung und setzt den ganzen Keller untere Wasser. Hätten wir nicht unsern alten Meister Franz Rosenberg und unsern unverwüstlichen Paul Happel gehabt, dann wäre der Schaden noch größer gewesen.
Zu allem Überfluss entsteht am Rosenmontag (ausgerechnet am 13. Februar) durch einen Bruch in der Ölleitung ein Brand im Heizungskeller, der aber mit vereinten Kräften bald gelöscht ist. Hier macht sich die Vorsicht bezahlt, den Neubau bereits zu versichern, wir bekommen den Schaden anstandslos ersetzt.
Mit dem beginnenden Frühling beginnen die letzten Maurerarbeiten, der Verputz und die Fliesen-legung und schließlich der Außenputz.
In den letzten Wochen vor der Einweihung wird fast nur noch in Tag- und Nachtschicht gearbeitet.
Endlich war es dann doch soweit:
Am 29. April 1956 nimmt nachmittags unser Pastor Josef Schröder vor der zahlreich versam-melten Bevölkerung und Abordnungen aus dem ganzen Bezirk Brilon die Einweihung des neuen Kolpinghauses vor und übergibt zur Freude aller Kolpingssöhne und der ganzen Jugend den schönen und modernen Bau seiner Bestimmung.
So hat sich -  nach fast 40 Jahren -  der alte Traum der Bigger Kolpingsöhne doch noch erfüllt:

Wir  haben  ein  eigenes  Heim!

Die Baukosten für das Kolpingheim Bigge betragen einschließlich Inneneinrichtung 132 400,--DM.
Finanzierung:
Spende von Frau Clara Stickel     35 900,-- DM
Zuschuss: Gemeinde, Kreis, Jugendamt    24 000,-- DM
Darlehen: Landesbank Münster (Arbeitsamt)
                 v. Wendt'sche Rentei 
               Kirchengemeinde Bigge
                 Kreissparkasse      61 000,-- DM
Spenden          5 600,-- DM
    Gesamt  126 500,-- DM
Geschätzte Eigenleistung      24 000,-- DM

Familie Peter und Hedwig Schulz wirken seit der Einweihung als Hausmeisterehepaar des Kolping- heimes und Ledigenwohnheimes.
Das Ledigenwohnheim mit 5 Zimmern im Obergeschoss und später auch 1 Zimmer im Erdgeschoss (heute Küche) wird gut vermietet und hilft sehr bei der finanziellen Unterhaltung des Hauses.
Einige Jahre darauf wird das Angebot des Kolpinghauses erweitert zu einem Jugendfreizeitheim mit Teil-Offener-Tür (TOT). Das heißt, das Haus wird an manchen Tagen für einige Stunden auch für nicht verbandlich gebundene Jugendliche offen sein. Das Kreisjugendamt bezuschusst dies.

Bereits 1969 beschäftigt sich die Kolpingsfamilie mit dem Gedanken, das Kolpinghaus zu erwei-tern, um für die Jugendarbeit neue Räume zu schaffen.
Vorgesehen ist, das Haus um einen Raum für Jugendbildungsarbeit (ca. 80m²), einen Raum für Jugendbegegnung mit Musikanlage (ca. 35m²) und einen Bastelraum (ca. 25m²) zu erweitern.
Anträge über Zuschüsse werden gestellt an die Gemeinde Bigge, an das Kreisjugendamt in Brilon und auch an die Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Das Kolpinghaus schließt einen Bauspar-vertrag ab.
Grundstücksangelegenheiten (Erbpacht) müssen mit dem Amt Bigge geklärt werden.
Erstellte Pläne müssen geändert werden, weil der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen als Träger des benachbarten Sportheimes Einwände erhebt.
Die ganzen Bauvorbereitungen ziehen sich bis Mitte 1971 hin.
Im Juni 1971 beginnt die entscheidende Phase. Unser früherer Vikar und Präses, der heutige Diöze-sanpräses in Paderborn, Heinrich Festing, setzt sich beim Erzbischöflichen Generalvikariat sehr für unser Bauvorhaben ein. Bei einem Besuch in Bigge macht er  den Vorschlag: „Baut das Kolping-haus und richtet es zu einem Pfarrgemeindezentrum ein, dann bekommt ihr vom Erzbischöflichen Generalvikariat einen Zuschuss von 55 000,-- DM für den Neubau.“
Dies wird erfolgreich mit der Kirchengemeinde Bigge abgeklärt.
Die durch den Anbau erforderliche Erbbauvertragsänderung wird am 26. Oktober 1971 durch das Amt Bigge bescheinigt.
Am 11. Februar 1972 wird die Baugenehmigung erteilt und im Juni mit dem Anbau begonnen.
Im Dezember 1972 erfolgt die Rohbauabnahme und im November 1973  nach der Fertigstellung die Schlussabnahme.
Neben der KJG,  Jungkolping und der Kolpingsfamilie finden die Pfarrcaritas und der Martinuschor
ein Zuhause.
Die Finanzierung desAnbaus:
Ausgaben:
Baukosten              156 320,-- DM
Baunebenkosten                                    14 135,-- DM
Inneneinrichtung                                    21 750,-- DM
  Gesamtkosten            192 205,-- DM
Einnahmen
Zuschuss  Stadt Bigge-Olsberg   30 000,-- DM
Zuschuss  Kreis Brilon    30 000,-- DM
Zuschuss  Generalvikariat Paderborn  55 000,-- DM
Zuschuss  Kirchengemeinde Bigge   30 000,-- DM
Zuschuss  Stadt Bigge-Olsberg Inneneinrichtung   9 000,-- DM
Zuschuss  Kreis Brilon Inneneinrichtung    9 000,-- DM
Zuschuss  KJG  Inneneinrichtung     1 109,-- DM
Eigenleistung Kolpinghaus Bausparvertrag  25 000,-- DM
Eigenleistung Kolpinghaus       2 500,-- DM
sonstige Einnahmen          631,-- DM
  Gesamteinnahmen            192 240,-- DM

Die Kirchengemeinde  Bigge gibt für die Unkosten einen jährlichen Zuschuss von 4 000,-- DM.

1979 wird die Zentralheizung auf Gasbetrieb umgestellt.
Im Januar 1981 ist das  Bauspardarlehen des 1970 abgeschlossenen Bausparvertrags getilgt.
Am 19. Juli 1991 wird das Hausmeisterehepaar Hedwig und Peter Schulz in einer Feierstunde verabschiedet. Sie haben 35 Jahre in vorbildlicher Weise das Kolpinghaus geführt und gepflegt.An diesem Abend wird das neue Hausmeisterehepaar Kerstin und Karl-Heinz Albrecht eingeführt.
Die finanzielle Situation des Kolpinghauses ist trotz der Vermietung der Säle für Einzelver-anstaltungen oder Kursen nicht unbedingt rosig.
1992 wird nach 36 Jahren das Ledigenwohnheim aufgegeben.
Das Berufsförderungszentrum (BFZ) des Kolping – Diözesanverbandes - Paderborn mietet diese 4 Räume und die gute Stube auf die Dauer von 10 Jahren für eine AbH, eine Ausbildungs-begleitende-Hilfe.
Ende 1991 wird ein Trägerverein „Offene Jugendarbeit Olsberg e.V.“ gegründet. Der Verein setzt sich zur Aufgabe, nicht verbandsgebundene Jugendliche zu erreichen und zu betreuen. Die Kolpingsfamilie, das Kolpinghaus, die katholischen Kirchengemeinden Bigge und Olsberg, die  evangelische Kirchengemeinde Olsberg und die Stadt Olsberg sind mit je 2 Mitgliedern im Vorstand vertreten. Das Kolpinghaus vermietet diesem Verein den gesamten Neubau.Vertraglich festgelegt ist, daß die Kolpingsfamilie diese Räume in den Leerstunden auch nutzen kann. Eine kleine offene Tür (KOT) wird eingerichtet und nimmt am 15. April 1993 ihre Arbeit auf.
Am 20. November 1992 wird eine neue Satzung beschlossen, die am 01. Dezember 1992 in Kraft tritt. Sie ersetzt die erste Satzung vom 13. März 1925
Im Juni 1996 ist das Landesdarlehen von 1955 getilgt und wird im Grundbuch gelöscht.
Wir haben nun keine finanziellen Verbindlichkeiten mehr für das ganze Haus.
1997 bauen wir eine Garage für den Hausmeister.
Im Jahre 2000 wird die Heizung erneuert. Kostenpunkt ca. 19 000.-- DM.
Im März 2001 übernehmen Manfred und Margret Raulf die Hausmeisterstelle im Kolpinghaus.
2009 werden die 4 leerstehenden Räume im Obergeschoss renoviert, in einem Raum wird eine Küche eingerichtet. Es entsteht eine Wohnung, die als Schüler-Wohngemeinschaft ab 2010 vermietet wird.
Der gesamte Altbau ist in den letzten 10 Jahren von der Kolpingsfamilie  in Eigenleistung komplett renoviert worden ist.

Bigge im Jahre 2016

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